![]() |
2005 Visp |
![]() |
Presseausschnitte
Walliserbote (28. Nov. 2005)
Gospel Joy: «Zum Himml äbrüf!»
Da «Gospel», eine religiöse Liedform der nordamerikanischen Schwarzen, eigentlich «Neues Testament» (= Evangelium) bedeutet, waren die LaPoste-Konzerte des Oberwalliser Chors Gospel Joy (= Gospel Freude) sehr passend auf den Beginn der Adventszeit gewählt, die Zeit religiöser Besinnung. Der ca. 80 Mitwirkende, darunter 70 Frauen, zählende und von Fredy Mangisch geleitete Chor konnte auch dieses Jahr wieder einen grossen Publikumserfolg verbuchen. Gospel scheint «in» zu sein - zur Freude von Chorpräsidentin Nicole Schwery!
Der Sound
Die gesangliche Leistung des schwarz gekleideten, sich dauernd in rhythmischer Bewegung befindenden Chores war beachtlich. In. 19 Nummern und einer Weihnachtszugabe (mit «Happy Day» ) vermittelte er, immer wieder durch starken Beifall und Mitklatschen der Anwesenden angefeuert, klassischen Gospel Sound. Geradezu unglaublich erscheint, dass der Chor während gut zwei Stunden all die englischen Texte auswendig sang. Es ist dies sicher eine Bestätigung dafür, dass Englisch in unserer Gesellschaft zunehmend akzeptiert wird. Eine wesentliche Rolle in diesem Konzert spielten natürlich die Solisten; die durch ihre vehementen und auch verinnerlichten, teils leidenschaftli chen, jeweils vom Chor beantworteten Soli dem Ruf-Antwort-Muster dieser Musik Dimension gaben. Kat ja Kummer, Inge Schmid-Hilbers, Lilly Andres, Stefanie Imseng, Fabienne Nanzer und auch Ralph Kummer sangen ihre Parts mit Ausdruck und Seele. Sie deckten so auf, dass der Gospel-Gesang Wurzeln im Negro-Spiritual hat. Wer nicht ein Freund dauernder grosser Lautstärken ist, hätte sich dies auf Kosten des stark aufgedrehten, sehr häufigen und ekstatischen Fortissimos - etwas mehr solche lyrischen Nummern gewünscht. Vollständiger wurde der Gesamt-Sound natürlich durch den Einsatz der vorzüglichen Instrumentalisten Achim Stucky (Schlagzeug), Dionys Henzen (Bassgitarre), Uwe Mazotti (Gitarre), André Pfammatter und Chorleiter Fredy Mangisch, beide Keyboarder grosser Klasse. Fredy Mangisch steuerte den Chor auch als Begleiter vom Keyboard aus. Er tat dies mit Kompetenz, ausgezeichnet kommunizierend und Rhythmen und Worte mit Feuer und Sicherheit übermittelnd. Er, der seit der Gründung des Chores vor zehn Jahren mehr als 100 Nummern für den Chor arrangierte, hat sich bedeutende Verdienste um diesen Chor und Gospel erworben. In zwei Medleys, vor allem in «10 Years» am Konzertschluss, wurden einige dieser frühen und späteren Arbeiten zusammengefasst und bejubelt.
Eine neue CD
Nun legt Gospel Joy Oberwallis seine zweite CD vor. Sie trägt den Titel «Celebrate» (=Feiert!) und enthält, wie Sprecher Anton Mutter betonte, zwölf Stücke. Es ist besonders interessant, dass auch Lieder in unserer Mundart drin sind. Bereits im La-Poste-Konzert hörte man eine Nummer mit dem Titel «Tröüm». An anderer Stelle sang man von einem Weg «zum Himml äbrüf». Warum sollte man denn den Gospel-Weisen nicht auch unseren Dialekt unterlegen? Dies könnte man dann wohl «Kulturmischung» nennen. Einen Vorteil hätte solches Singen: Alle jene Hörerinnen und Hörer, die kein Englisch können, würden so besser verstehen. Dies auch deswegen, weil im Gospel-Song, kombiniert mit dynamischen Steigerungen, immer auch häufige Wortwiederholungen vorkommen und so besser wahrgenommen werden. Wer nicht Englisch kann, hat und hatte es in Gospel-Konzerten ohnehin etwas schwer. Die neue CD soll nun, wie Herr Mutter sich ausdrückte, «hüere güet» sein. Man darf gespannt sein, was die Gospel Freunde im Oberwallis dazu sagen. Das nächste Gospel Konzert soll im Zentrum St. Michael auf Bettmeralp stattfinden. ag,

Chorleiter Fredy Mangisch und sein Chor Gospel Joy boten einem zahlreichen Publikum im La Poste eine intensive Prise Religiosität, die bei den Schwarzen der USA aus der Uberzeugung lebt, dass es «über uns» noch andere Mächte gibt... .
Walliser-Bote (28. Nov. 2005)