1998 Leukerbad

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Tobender Applaus in Leukerbad

In der Pfarrkirche Leukerbad wollte am Ostermontag Abend der Beifallsturm nicht mehr enden. Erst als der Oberwalliser Gospelchor „Gospel Joy“ swingend mit dem Song „He s Got The Whole World“ in einer Prozession durch den Mittelgang ausgezogen war, beruhigte sich die begeisterte Menschenmenge. (Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetz). Solche mitreissenden Gesänge zur Ehre Gottes in unseren Gottesdiensten, zu denen die Gemeinde klatscht und tanzt, dann wären unsere Kirchen wieder voll.

Der Chor, in dem junge Talente aus dem gesamten Oberwallis mitsingen, erbrachte unter seinem Dirigenten Fredy Mangisch eine überzeugende, musikalische Leistung: saubere Intonation, präzise Rhythmen, homogenes Klangbild in den einzelnen Stimmlagen und ausgewogene Dynamik. Auch die Solisten, die alle aus dem Chor stammten, meisterten ihren Part mit Bravour. Vor allem sie rissen das Publikum mit, das klatschend und swingend den Rhythmus des Chores unterstützte. Der Gospelchor hatte ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm mit Songs verschiedener Stilrichtungen zusammengestellt, in denen „die Seele des Gospels weiterlebt“. Neben traditionellen Gospelsongs waren auch Kompositionen von Elton John, The Queen, Bob Dylan, John Lennon und Vaya con Dios zu hören. Zwischen den Songs wurden immer wieder Erklärungen zur Musikgattung des Gospels und den einzelnen Stücken gegeben, so dass sich auch mit dieser Musik weniger Vertraute gut in die Welt des Gospels hineinversetzen konnten. Sehr deutlich wurde herausgestellt, dass der Gospel ein religiöser Gesang ist, durch den die Negersklaven in Amerika ihre grosse Not vor Gott brachten. Die Gospels sind in der Kirche entstanden und müssen deshalb auch in einer Kirche aufgeführt werden.

Leserbrief von Peter Heckel, Leukerbad / Walliser-Bote 13.4.1998

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